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Wie wird das Einkommen bei Erwachsenen angerechnet?

Unsere Antwort

Grundlage für die Überprüfung, ob ein Eigenbeitrag geleistet werden muss, sind die steuerrechtlichen Einkünfte des Vorvorjahres: das Gesamtbruttoeinkommen abzüglich der Werbungskosten bzw. die Bruttorente. Wer 2018 weniger als 1.900 Euro verdient hat, zahlt 2020 keinen Eigenbeitrag.

Als Nachweis des Einkommens dient der Einkommenssteuerbescheid des Vorvorjahres: Im Jahr 2020 wird das Einkommen und der dazugehörige Einkommenssteuerbescheid aus dem Jahr 2018 für die Prüfung durch den LVR zugrunde gelegt. Von diesem Prinzip kann abgewichen werden, wenn sich die aktuellen finanziellen Verhältnisse im Vergleich zum Vorvorjahr gravierend verändert haben.
Ein Eigenbeitrag aus dem Einkommen muss nur geleistet werden, wenn das Einkommen eine bestimmte Grenze übersteigt. Dies wird zunächst geprüft. In einem zweiten Schritt wird dann die Höhe des Beitrags errechnet.

Eigenbeitrag erst ab Monatseinkommen von mehr als 1.900 Euro
Die Einkommensgrenzen sind abhängig von der Einkommensart und verändern sich dynamisch entsprechend der jährlichen Bezugsgröße der Sozialversicherung. Zusätzlich können je nach Familienstand noch Zuschläge für Partnerinnen und Partner bzw. für Kinder berücksichtigt werden. Die untere Grenze liegt 2020 bei einem Jahresbruttoeinkommen von 22.932 Euro. Wer 2018 weniger erzielt hat als diese 1.911 Euro brutto monatlich, muss 2020 keinen Eigenbeitrag zahlen.
Die sogenannte "Bezugsgröße der Sozialversicherung" ist eine statistische Kennzahl, die bei vielen Regelungen zugrunde gelegt wird. Sie wird aus dem Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherungen errechnet und wird jährlich festgelegt und angepasst.

Individuelle Einkommensgrenzen nach Art des Einkommens
Relevant ist das steuerrechtliche Einkommen abzüglich der Werbungskosten. Die individuell zu berücksichtigende Einkommensgrenze richtet sich nach der Art des überwiegend erzielten Einkommens. Hinzu kommen eventuelle Zuschläge für Partnerinnen oder Partner bzw. Kinder.

  • Bei Einnahmen aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung werden 85 Prozent der jährlichen Bezugsgröße zugrunde gelegt. Übersteigt das Einkommen diesen Wert, wird ein Eigenbeitrag fällig.
  • Bei Einnahmen aus nicht-sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung muss ein Eigenbeitrag geleistet werden, wenn die Einnahmen 75 Prozent der jährlichen Bezugsgröße übersteigen.
  • Bei Renten liegt die Grenze bei 60 Prozent der jährlichen Bezugsgröße

Berechnung der Höhe des Eigenbetrags
Liegen die eigenen Einkünfte über der jeweiligen individuellen Einkommensgrenze, fordert der LVR einen Eigenbetrag von der leistungsberechtigten Person in Höhe von zwei Prozent des übersteigenden Einkommens. Dieser Betrag wird abgerundet auf volle zehn Euro. 

Beispiel 1: Leistungsberechtigte Person, ledig, keine Kinder
Erwerbsminderungsrente brutto im Jahr 2018 abzüglich Werbungskosten 26.000 Euro
Einkommensgrenze (60 Prozent von 38.220 Euro, Stand 2020) 22.932 Euro
Übersteigendes Einkommen 3.068 Euro
davon 2 Prozent 61,36 Euro
monatlicher Eigenbeitrag
(abgerundet auf volle 10 Euro)
60,00 Euro

 

Beispiel 2: Leistungsberechtigte Person, ledig, keine Kinder
Bruttoeinkommen aus nicht-selbständiger Tätigkeit im Jahr 2018 abzüglich Werbungskosten 34.000 Euro
Einkommensgrenze (85 Prozent von 38.220 Euro, Stand 2020) 32.487 Euro
Übersteigendes Einkommen 1.513 Euro
davon 2 Prozent 30,26 Euro
monatlicher Eigenbeitrag
(abgerundet auf volle 10 Euro)
30,00 Euro

 

 

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